Ein Blick in die Geschichte des Ortes zeigt, dass er auf eine beachtliche
Vergangenheit zurückblicken kann. Die Gründung dürfte im 5.
oder 6. Jahrhundert erfolgt sein. Aus der Römerzeit wurden noch die Grundrisse
einer stattlichen Villa samt Badeanlagen, Stallungen und einer Ziegelei aufgefunden.
Nach den Welfen, dem Kloster St. Gallen, dem Kloster Ochsenhausen und dem
Ummendorfer Ortsadel als Grundherren gehörte Ummendorf fast 200 Jahre
lang zum Kloster Weißenau, ehe es 1554 in den Besitz des Patriziers
und Kaiserlichen Rates Matthias Manlich aus Augsburg kam, der von hier aus
mit Web- und Strickwaren einen einträglichen Handel trieb. Später
ging sein gesamter Ummendorfer Besitz nebst dem zwischenzeitlich als Repräsentativbau
errichteten Schloss an die benachbarte Benedikterabtei Ochsenhausen über.
Nach Verwendung des Schlosses als bedeutende
geistige Bildungsstätte der schwäbischen Benediktinerklöster,
die nach heutigen Begriffen einer Hochschule gleichkam, wurde es später
noch als Ferienheim für die Professoren und Studenten genutzt.
Bevor Ummendorf im Jahre 1806 unter württembergische Herrschaft kam, residierten
einige Jahre lang die Beamten des Fürsten Metternich im Schloss, das im
Eigentum des Landes ist und unter Denkmalschutz steht. Bis 1983 diente das Schloss
als Pfarrhaus. Seither wird es für Tagungen und Lehrgänge der Fachhochschule
Biberach sowie für kulturelle Veranstaltungen, insbesondere für Konzerte
und Ausstellungen, genutzt.