Gemeinde Ummendorf

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Aufstellung des Bebauungsplans und der örtlichen Bauvorschriften Espach IV, Teilbereich II

Aufgrund von Änderungen in der Planung hat der Gemeinderat in der öffentlichen Sitzung am 24.04.2017 beschlossen, den Bebauungsplan Espach IV in zwei Teilbereiche – Espach IV – Teilbereich I und Espach IV – Teilbereich II zu gliedern. Der Gemeinderat der Gemeinde Ummendorf hat am 24.07.2017 in öffentlicher Sitzung den Entwurf des Bebauungsplans Espach IV, Teilbereich II und den zusammen mit ihm aufgestellten örtlichen Bauvorschriften der Planwerkstatt am Bodensee in der Fassung vom 11.07.2017 gebilligt und beschlossen, diese gemäß § 4a Abs. 3 BauGB in Verbindung mit § 3 Abs. 2 BauGB erneut öffentlich auszulegen.
 
Der Planbereich wird begrenzt:
Im Nordwesten:       durch Teilflächen der öffentlichen Wegefläche Flst. Nr. 1087
Im Nordosten:          durch Teilflächen der öffentlichen Wegefläche Flst. Nr. 1087
Im Südosten:            durch Teilflächen der Flurstücke Nr. 1120 und 1120/1
Im Südwesten:         durch eine Teilfläche der Wegefläche, Flst. Nr. 1087, der Verkehrsfläche Im Stocken, Flst. Nr. 1098/4 sowie durch die Gewerbegrundstücke Flst. Nr. 1096/14, 1082 und 1080
 
Im Einzelnen gilt der Lageplan vom 11.07.2017 der Planwerkstatt am Bodensee. Der Planbereich ist im folgenden Kartenausschnitt dargestellt:

Ziel und Zweck der Aufstellung:
 
Die Firma Liebherr beabsichtigt im Plangebiet einen neuen Betriebsstandort zu entwickeln. Es ist ein Internationales Service-Center mit Schulungen an Kränen, Kundenzentrum und Ersatzteildisposition geplant. Andere Standorte in der Gemeinde in dieser Größenordnung sind nicht vorhanden. Mit der Aufstellung des Bebauungsplans soll eine städtebaulich abgestimmte Ergänzung zu den umgebenden Gewerbebebauungen erfolgen.
 
Erneute öffentliche Auslegung des Entwurfs:
 
Der aus Bebauungsplan und örtlichen Bauvorschriften bestehende Regelwerkentwurf hängt mit zugehöriger Begründung in der Zeit vom 7.08.2017 bis 8.9.2017 (je einschließlich) im Flur des Rathauses Ummendorf, Biberacher Straße 9, 88444 Ummendorf gemäß § 4a Abs. 3 BauGB zu jedermanns Einsicht während den üblichen Öffnungszeiten öffentlich aus.
 
Bestandteil der ausgelegten Unterlagen sind auch die bereits vorliegenden umweltbezogenen Stellungnahmen. Sie enthalten folgende Arten umweltbezogener Informationen:
 
Umweltbericht
 
-       Schutzgut Mensch: Mögliche Auswirkungen der Planung aufgrund der Verkehrs- und Gewerbelärmsituation sowie der Lufthygiene auf die menschliche Gesundheit und Erholung. Durch die Erweiterung des Gewerbegebiets geht eine Fläche der landwirtschaftlichen Nutzung verloren. Durch die Inanspruchnahme des Bodens ist so prinzipiell von einer nachhaltigen Beeinträchtigung auszugehen. Durch den Entzug der landwirtschaftlichen Nutzflächen sind jedoch keine negativen Auswirkungen zu befürchten, da hierdurch kein landwirtschaftlicher Betrieb in seiner Existenz gefährdet wird. Durch die Erweiterung des Gewerbegebiets werden andererseits Arbeitsplätze am Ort gehalten bzw. neu geschaffen. Infolge der technischen Überprägung ist von einer weiteren Beeinträchtigung des Offenlandcharakters auszugehen. Damit verbunden sind Unterbrechungen von Sichtbezügen. Aufgrund der Vorbelastungen sind keine nachhaltigen Beeinträchtigungen für die ortsnahe Naherholung zu befürchten. Im Zuge der geplanten Gewerbegebietserweiterung kommt es u.a. zu Schallimmissionen. Infolge fehlender Wohngebiete im Umfeld des geplanten Gewerbegebietes müssen erhebliche Beeinträchtigungen für den Menschen,  insbesondere durch Lärmimmissionen vermutlich nicht befürchtet werden. Der Eingriff kann damit als mittlere Beeinträchtigung eingestuft werden.
-       Schutzgut Pflanzen und Tiere: Mögliche Auswirkungen des Lebensraumentzugs. Infolge der geplanten Bebauung kommt es v.a. zu einer Inanspruchnahme von Flächen, die insgesamt als Wirtschaftsgrünland anzusprechen sind. Aus Artenschutzgründen werden vergleichsweise mittel – hoch empfindliche Flächen betroffen. Bei den betroffenen und besonders und streng geschützten Vogelarten handelt es sich v.a. um Nahrungsgäste. Der Verlust bedeutet für diese Arten dennoch keine erheblichen Beeinträchtigungen. Hervorzuheben ist jedoch die Bedeutung des Plangebietes als Bestandteil des Nahrungshabitates für den Weißstorch. Der Eingriff kann als mittlere bis hohe Beeinträchtigung eingestuft werden.
-       Schutzgut Boden: Mögliche Auswirkungen einer Versiegelung und Überbauung auf die Bodenfunktion. Im Plangebiet werden aus Sicht des Bodenschutzes insgesamt Standorte von einem (im Mittel) vergleichsweise hohen Erfüllungsgrad der Bodenfunktion betroffen. Der geplante Eingriff stellt eine hohe Beeinträchtigung dar.
-       Schutzgut Wasser: Mögliche Auswirkungen auf die Versickerungsfähigkeit und natürliche Grundwasserbildung. Erhebliche Beeinträchtigungen sind nicht zu erwarten, da in mögliche Grundwasserkörper innerhalb des Plangebiets nicht eingegriffen wird. Durch die Versiegelung ist von einem veränderten Abflussregime auszugehen. In der Bilanz sind hinsichtlich der Grundwasserneubildung nur gering veränderte Verhältnisse zu erwarten. Der Eingriff kann damit insgesamt als geringe bis mittlere Beeinträchtigung eingestuft werden.
-       Schutzgut Klima: Mögliche Auswirkungen von Überbauung und Versiegelung auf klimatische und lufthygienische Verhältnisse. Durch die Versiegelung gehen frischluftproduzierende Flächen verloren. Da das Plangebiet aufgrund seiner Lage ohne besondere Siedlungsrelevanz ist, müssen erhebliche anlagebedingte Beeinträchtigungen nicht befürchtet werden. Hinsichtlich mikroklimatischer Veränderungen muss nicht mit wesentlichen Beeinträchtigungen für den Ort gerechnet werden. Der Eingriff kann als mittlere Beeinträchtigung eingestuft werden.
-       Schutzgut Orts- und Landschaftsbild: Das geplante Gewerbegebiet stellt eine Veränderung des Orts- und Landschaftsbildes nördlich von Ummendorf dar. So bewirkt die Errichtung von Gebäudekomplexen eine technische Überformung des Offenlandes, die als weitere Beeinträchtigung für das Orts- und Landschaftsbild des Rißtales gewertet werden muss. Aufgrund der topografischen Lage sind Einsehbarkeiten vor allem von den Hanglagen und von der B 30 aus zu erwarten.
-       Kultur- und sonstige Sachgüter: Negative Auswirkungen sind innerhalb des Plangebiets nicht zu erwarten.
 
Artenschutzrechtliche Einschätzung
 
Aussagen zur
-       Beschreibung des Bestandes (Vegetationsstrukturen / Habitate, konkret nachgewiesene Vogelarten, potentiell vorkommende Vogelarten, sonstige potentielle Arten wie Amphibien, Reptilien, Tagfalter und Säugetiere) und Beurteilung des Plangebiets aus Naturschutzfachlicher Sicht (Vögel, Biber, Fledermäuse, Amphibien und Reptilien und Tagfalter).
-       Ermittlung und Bewertung der zu erwartenden Beeinträchtigungen (Auswirkungen des Vorhabens auf Vögel, Säugetiere, Amphibien und hier insbesondere Flächeninanspruchnahme und Zerstörung von Fortpflanzungshabitaten und Ruhestätten, Beeinträchtigung für konkret und potentiell vorkommende „besonders und streng geschützte“ Arten, Zerstörung von bedeutsamen Nahrungshabitaten, Lärm und Licht – akustische und optische Störungen).
-       Vorgezogene Ausgleichsmaßnahmen
 
Geotechnisches Gutachten
 
Informationen zur Beschaffenheit und Tragfähigkeit des Bodens/Baugrundes , zur örtlichen Grundwassersituation im Baugebiet und zur Versickerungsfähigkeit der Böden. Das geologische Modell des Baugrunds resultiert aus punktuellen Aufschlüssen. Mit naturgemäßen Schwankungen der Baugrundschichtung muss daher gerechnet werden. Bei dem im Baufeld sehr oberflächennah liegenden Grundwasserspiegel muss bereits bei geringen Abtragstiefen mit dem Zutritt von Wasser gerechnet werden. Für geplante Einzelbauvorhaben im untersuchten Baufeld wird die Ausarbeitung eines optimierten Gründungskonzepts unter Berücksichtigung aller Randbedingungen empfohlen. 
 
Öffentlich-rechtlicher Vertrag zwischen der Gemeinde und dem Landratsamt Biberach
 
Aussagen über die Schaffung von Ersatznahrungshabitaten und der Kompensation des Eingriffes im Umfang der im Umweltbericht dargestellten Eingriffs-/ Ausgleichsbilanz.
 
Schalltechnische Untersuchungen
 
Zur Beurteilung der künftigen Situation wurden die Immissionsrichtwerte der TA Lärm herangezogen. Es wurde die Abstrahlung aller maßgeblichen Schallquellen bestimmt und zum Beurteilungspegel zusammengefasst, unter Berücksichtigung der Einwirkzeit, der Ton- und Impulshaltigkeit und der Pegelminderung auf dem Ausbreitungsweg. Ermittlung der Beurteilungspegel. Die Richtwerte für Gewerbegebiete werden an allen relevanten Immissionsorten unterschritten. Das Irrelevanz-Kriterium der TA Lärm wird erfüllt. Die Forderung der TA Lärm hinsichtlich des Spitzenpegelkriteriums wird erfüllt. Für den gewerblich bedingten Verkehr auf öffentlicher Verkehrsfläche sind keine organisatorischen Maßnahmen erforderlich.
 
Schalltechnische Untersuchung – Kontigentierung mit DIN 45691
 
Aussagen zur Unterteilung des Bebauungsplangebiets in die Teilbereiche I und II. Als Beurteilungsgrundlage wurden die Orientierungswerte der DIN 18005 und die Immissionsrichtwerte der TA Lärm herangezogen. Für die kontingentierenden Flächen wurde die maximal mögliche Schallabstrahlung ermittelt. Hierfür wurden neben dem Emissionskontigent richtungsabhängige Zusatzkontigente bestimmt. Mit den ermittelten Geräuschkontigenten werden die ermittelten Planwerte überall eingehalten. Die Orientierungswerte des Beiblatts 1 der DIN 18005 bzw. die Immissionsrichtwerte der TA Lärm werden überall eingehalten.
 
Bundesamt für Infrastruktur, Umweltschutz und Dienstleistungen der Bundeswehr
 
Aussagen zur Aufstellung von Kränen und Anwendung des NOTAM-Verfahrens sowie zu Beschwerden und Ersatzansprüche, die sich auf die von Liegenschaften/Flugplätzen der Bundeswehr ausgehenden Emissionen beziehen.
 
Abwägung der im Rahmen der Anhörung der Behörden und sonstiger Träger öffentlicher Belange nach § 4 Abs. 2 BauGB eingegangenen Anregungen.
 
Folgende Richtlinien und Normen liegen aus: DIN 45691, DIN 18005 und TA Lärm.
 
 
Während der Auslegungsfrist können – schriftlich oder mündlich zur Niederschrift – Stellungnahmen beim Bürgermeisteramt, H. Kammerlander (Zi. 2), Biberacher Straße 9, 88444 Ummendorf abgegeben werden. Da das Ergebnis der Behandlung der Stellungnahmen mitgeteilt wird, ist die Angabe der Anschrift des Verfassers zweckmäßig. Es wird darauf hingewiesen, dass nicht fristgerecht abgegebene Stellungnahmen bei der Beschlussfassung über den Bebauungsplan und die örtlichen Bauvorschriften unberücksichtigt bleiben können.
 
Ebenso wird darauf hingewiesen, dass ein Antrag auf Normenkontrolle nach § 47 VwGO unzulässig ist, soweit mit ihm Einwendungen geltend gemacht werden, die vom Antragsteller im Rahmen der Beteiligung nicht, oder verspätet geltend gemacht wurden, aber hätten geltend gemacht werden können.
 
 
Ummendorf, den 28.07.2017
gez.
Klaus B. Reichert
Bürgermeister

Alle weiteren in der öffentlichen Bekanntmachung bezeichneten Unterlagen hängen während der Frist im Flur des Rathauses Ummendorf aus.

Kontakt

Gemeindeverwaltung Ummendorf
Biberacher Straße 9
88444 Ummendorf
Tel.: 07351 3477-0
Fax: 07351 3477-15
E-Mail schreiben

Ortsverwaltung Fischbach
Fischbach
Zur Mühle 5
88444 Ummendorf
Tel.: 07351 22400
Fax: 07351 180761